Allah gibt das Beispiel derer, die anderen Göttern als Allah huldigen:
Auf den folgenden Seiten wollen wir verschiedene Aspekte dieser Ängste und die Verwirrung und den Verlust, die sie in dieser Welt und in der kommenden verursachen, weiter untersuchen.
Es wäre in der Tat falsch, völlige Zuverlässigkeit und Treue von jemandem zu erwarten, der weder Gottesfurcht noch Glauben ans Jenseits hat, da es nur der Glauben, den man im Herzen birgt, ist, der den Weg der Wahrhaftigkeit eröffnet.
Eine grundsätzliche Gegenmaßnahme, um sich vor den verheerenden Folgen der Treulosigkeit zu schützen, ist 'niemandem zu vertrauen'. Die lebenslange Furcht vor Vertrauensbruch wird fast zu einer Zwangsvorstellung für sie und äußert sich in herkömmlichen Phrasen, wie 'traue niemandem, nicht einmal deinem Vater!'
Indem sie diesen Ratschlag immer im Gedächtnis bewahren, vertrauen sie niemandem, außer sich selbst, doch das bietet dennoch keine Abwehr gegen die Treulosigkeit der Leute, die sie umgeben. Zeitungen sind jeden Tag aufs neue voll von Berichten über die verschiedensten Fälle von Vertrauensbruch. Im Geschäftsleben betrügen sich Partner gegenseitig. Es ist nicht erstaunlich zu hören, dass ein Buchhalter z.B., der lange Jahre in einer Firma gedient hat, seinen Chef eines Tages um eine beträchtliche Geldsumme betrügt. Manchmal versuchen selbst Söhne ihren Vater zu betrügen.
Solche Fälle sind nicht nur auf materielle Dinge beschränkt. Eine Frau z.B. denkt sich nichts dabei, intime und persönliche Geheimnisse ihres Manns in ihrem Freundeskreis preiszugeben. Oder Ehepaare reden mit engen Freunden schlecht über ihre Ehepartner hinter deren Rücken und ebenso sind sie sich gegenseitig untreu trotzdem sie verheiratet sind.
Es gibt sicher unzählige Beispiele, die man hier aufführen könnte. Indem sie sehr oft solchen Fällen begegnen, fühlen sie sich ständig bedroht, dass eine dieser Katastrophen sie eines Tages heimsuchen mag.
Was interessant dabei ist, ist das Vorhandensein von wohlhabenden Leuten, die auch von dieser Angst gequält sind und ständig unter großer Spannung leben. Sie gehen oft so weit, dass sie z.B. vermeiden selbst für lebensnotwendige Bedürfnisse Geld auszugeben. Obwohl sie bereits genügend Geld angehäuft haben, um damit ein Leben lang auszukommen, arbeiten sie schonungslos, um noch mehr zu verdienen, da sie glauben, es sei umsichtig, Geld in ihren Bankkonten anzuhäufen. Dies ist im Grunde genommen die Methode, wobei sie versuchen ihre Ängste vor der Zukunft zu beschwichtigen.
Und dennoch kommen ihre Errungenschaften nie ihren Erwartungen gleich; während sie sich vornehmen, ein erfülltes Leben auf dieser Welt zu haben, entwickeln sich die Dinge ganz anders und letztlich befinden sie sich in einem Zustand grenzenloser Langeweile, die sie nur verunsichert.
Sowohl sich vor der Armut zu fürchten, wie knauserig zu sein, sind Folgen von mangelndem Gottvertrauen. Allah warnt den Menschen vor dieser Furcht.
Ein wahrer Gläubiger lebt in dem Verständnis der Tatsache, dass Allah es ist, der ihn zur Befriedigung all seiner Bedürfnisse versorgt und deshalb hegt er niemals Kummer und Besorgnis über solche Dinge. Da er weiß, dass Allah äußerst großzügig zu Seinen Dienern ist, beschäftigt er seinen Geist nur mit dem Gedenken Allahs und empfindet niemals Angst vor der Zukunft.
Das Leben im hohen Alter unterscheidet sich sicherlich völlig von dem, was es einst war. Greisenalter ist der Abschnitt im Leben eines Menschen, wenn er von anderen als eine Last empfunden wird. Diejenigen, die alte Leute versorgen, lassen sie es fühlen, dass sie eine Quelle von Unannehmlichkeiten sind. Solch eine Einstellung erzeugt unterschiedliche Gefühle der Beängstigung in ihnen. Sie fürchten sich davor, in ein Altersheim geschickt zu werden oder verlassen zu werden und zu vereinsamen, jedoch diese Befürchtungen sind in der Tat begründet. In einer Gesellschaft, wo die Menschen Allah gegenüber ungehorsam sind, mangelt es dem System vollständig an Mitgefühl und Gerechtigkeit und deshalb verwirklichen sich ihre größten Ängste oft.
Ein weiterer Grund für die Angst vor dem Altern ist, dass der Mensch dadurch an den Tod erinnert wird, der das Ende dieses Lebens bedeutet. Jeder Blick in den Spiegel deutet die Verkürzung der Zeit an, die einem in dieser Welt verbleibt. Das wird einem Ungläubigen gewiss zur Qual. Für einen Menschen, der nicht ans Jenseits glaubt, ist die Beendigung seines Lebens und die Verwesung seines Körpers in der Erde eine Sackgasse ohne Umkehrmöglichkeit. Da er alles auf dieses Leben gesetzt hat, hat er schreckliche Furcht davor, es zu verlieren.
Die Gläubigen dagegen fürchten sich weder davor, alt zu werden, noch vor den Schwächen, mit denen ihnen hohes Alter erwartungsgemäß zu schaffen machen wird. Der Grund dafür ist, dass sie nicht versuchen, Anerkennung und soziale Stellung durch gutes Aussehen zu ergattern. Sie sind sich bewusst, dass sich ein Gläubiger in der Gegenwart Allahs Lob aufgrund seiner moralischen Vervollkommnung verdient, und nicht durch sein Aussehen. Und auf der anderen Seite bringen ihnen ihre Freunde, aufgrund ihrer Nähe zu Allah, Liebe und Achtung entgegen.
Auch die enge Verbindung von Alter und Tod versetzt einen Gläubigen nicht in Schrecken. Für ihn ist das Jenseits ein Neubeginn, der Beginn eines unvergleichlich besseren Lebens mit einer nie zuvor erlebten Erfüllung, das in alle Ewigkeit fortdauern wird. Ein Mensch, der seine früheren Jahre damit verbringt, Gutes zu tun um das Paradies und Allahs Wohlgefallen zu erlangen, verbringt seinen Lebensabend in Freude und Zufriedenheit.
Krank zu sein bedeutet im Grunde genommen, den Freuden der Welt verlustig zu werden. Selbst eine Grippe ist ein Hindernis für viele Tätigkeiten und eine Verschwendung eines Teils der ohnehin begrenzten Lebenszeit. Krankheiten halten den Menschen vom Reisen, von Vergnügungen und vom Geschäft ab. Das ist gewiss eine beträchtliche Einbuße in dem vorherrschenden System.
Da die falsch unterrichteten ignoranten Leute Krankheit an sich als ein Missgeschick ansehen, sind sie oft darüber beängstigt, krank zu werden. Die Einstellung der Gläubigen dagegen, hinsichtlich dieser Sache ist vollkommen anders. Sie sind sich von vornherein bewusst, dass dieses Leben mit Bestimmtheit eines Tages auf irgendeine Weise zu Ende gehen wird. Wenn sie daher einer Krankheit entgehen, wissen sie, dass z.B. ein Unfall jederzeit ihr Leben verändern kann und sie vergessen nie, dass der natürliche Prozess des Alterns ihrer Gesundheit früher oder später unabwendbare Verluste zufügen wird. Darüber hinaus sind sie sich bewusst, dass kein Virus und kein Bakterium irgend jemandem ohne die Genehmigung Allahs irgendeinen Schaden zufügen kann. Wenn sie daher erkranken, wissen sie, dass dies von Allah zu einem bestimmten Zweck so verordnet wurde. Die Hingabe an Allah beschert dem Menschen vollständige Erlösung von der Angst vor Krankheit. Gewiss treffen sie alle Maßnahmen um sich guter Gesundheit erfreuen zu können, doch wenn sie krank werden, erweisen sie sich als geduldig und zeigen moralische Vollkommenheit, wie der folgende Vers schildert.
Da sich die ignoranten Leute dieser Tatsache bewusst sind, machen sie große Anstrengungen, dieses Ende hinauszuschieben und versuchen dabei mehr aus dem Leben herauszuholen. Der Tod trennt sie von ihren geliebten Verwandten oder Freunden und lässt all ihre weltlichen Errungenschaften unbedeutend werden. Außerdem vermeiden sie es auch das Wort 'Tod' auszusprechen. Diejenigen, die andere darauf aufmerksam machen, werden als taktlos bezeichnet und Gespräche über den Tod werden oft unter dem Vorwand unterbrochen, dass weder der Ort, noch die Zeit recht seien, um darüber zu sprechen.
Die Mechanismen der menschlichen Intelligenz neigen dazu, Dinge die ihm unerwünscht sind, oder gegen die er Abneigung empfindet unbeachtet zu lassen. Er ist selbst bereit die Existenz von Dingen, die er sich scheut zu konfrontieren, zu verleugnen. Diese Tendenz kommt am deutlichsten zum Ausdruck, wenn es sich um den Tod handelt. Er vermeidet Themen, wie Krankheit und Alter, die ihn an den Tod erinnern. Seine Furcht ist so groß, dass ihn der bloße Anblick des Arztes schon nervös macht. Er fürchtet sich vor einer eventuellen Diagnose einer unheilbaren Krankheit; manchmal hält ihn solch eine Angst überhaupt davon ab, den Arzt zu besuchen. Beerdigungen sind selbstverständlich Ereignisse, die ihm die größte Besorgnis bereiten. Ein unmittelbares Familienmitglied oder einen engen Freund ins Grab zu legen macht einen unwillkürlich auf den Zeitpunkt aufmerksam, an dem man einst seinem eigenen Tod gegenüberstehen wird.
Diese Furcht jedoch bringt ihnen nichts gutes. Sie fürchten sich, dieses irdische Leben zu verlieren. Und obwohl sie ein langes Leben haben mögen, verbringen sie all diese Jahre unter dem Joch dieser Angst. Es ist im Grunde genommen ein Missgeschick, mit dem Allah diejenigen heimsucht, die auf diese irrationale Furcht bestehen, anstatt sie mit der Furcht Gottes zu ersetzen.
Einer der wichtigsten Aspekte des Aberglaubens ist, dass die betreffenden Inhalte von einer Generation auf die andere überliefert werden. Ungeachtet dessen, wie irrational und unbegründet sie auch sein mögen, haben die meisten Gesellschaften abergläubische Konzepte ihrer jeweiligen Lebensweise einverleibt.
Darüber hinaus akzeptieren sie diese Konzepte als Regeln und halten sich peinlichst daran. Sie gehen z.B. nie unter einer Leiter, da sie glauben, das bringe Unglück. Eine schwarze Katze zu sehen gilt auch als ein Zeichen von Unglück. Sie klopfen auf Holz, um einem unerwünschten Geschehnis vorzubauen. Unzählige solcher Maßregeln, die tief liegende Ängste heraufbeschwören, werden von den ignoranten Leuten formuliert. Wenn sie es versäumen, diese Regeln einzuhalten, sind sie besorgt, dass ihnen ein Missgeschick widerfahren mag.
Der hauptsächliche Fehler, den diese Leute machen, ist im Grunde genommen, dass sie vergessen, dass alles Geschehen und jedes Ereignis nur mit Allahs Willen zustande kommen kann, und somit haben weder eine Leiter, noch eine schwarze Katze die Macht Unheil anzurichten. Die Leute jedoch, deren Geist umnachtet ist, sind von Pseudoängsten besessen, die sie selbst erfunden haben.
Die falsch unterrichteten Leute haben auch Ängste bezüglich ihrer eigenen Person, mit denen sie nur schwierig zurechtkommen. Sie ziehen z.B. ein Kleidungsstück, das sie zum Zeitpunkt eines Unfalls trugen, nie wieder an, oder sie verkaufen schleunigst ihr Auto in solch einem Fall.
Die Furcht davor, verflucht zu werden, ist so stark unter den Ignoranten, dass wichtige Entscheidungen über ihr Leben, und selbst ihre Freundschaften davon geprägt werden. Es ist z.B. durchaus möglich, dass solch eine irrationale Furcht den Weg bereiten mag, eine lang währende Freundschaft abzubrechen. Sie werden sich jedoch nie von diesen Zwangsvorstellungen befreien können, solange sie diese Ängste nicht aufgeben. Die Lösung ist daher, nicht vor ihnen zu flüchten, sondern sie auszumerzen. Der einzige Weg jedoch, dies zu tun, ist, Allah zu vertrauen und alle, in der Ignoranz verwurzelten Konzepte aufzugeben.
Einige Ängste mögen rational für alle Menschen sein, doch die Ängste phobischer Personen sind ziemlich extrem. Eine Person, die beispielsweise eine phobische Angst vor Schlangen hat, schreit, springt auf den Tisch oder wird ohnmächtig vom bloßen Anblick einer Schlange im Fernsehen oder auf einem Bild. Einige assoziieren eingeschlossene Plätze mit dem Grab oder einer unterirdischen Höhle und entwickeln daher Platzangst. Das ist im Grunde genommen ein Ausdruck der Angst vor dem Tod. In ihrem Unterbewusstsein setzen sie Dunkelheit Unheil gleich und fühlen sich so selbst zuhause, wo sie sich normalerweise sicher fühlen sollten, beunruhigt. Sie schreiben der Dunkelheit eine, von Allah getrennte und unabhängige Macht zu, und glauben, dass diese die Quelle allen Übels sei. In der Dunkelheit fühlen sie Schrecken, und erwarten, dass unsichtbare Mächte auf der Lauer liegen und ihnen nach dem Leben trachten.
Es gibt einen Hauptgrund dafür, dass diese Leute sich ohne ersichtlichen und vernunftmäßigen Grund dermaßen fürchten. Sie vertrauen nicht auf Allah und schreiben Ihm Teilhaber in Seiner Allmacht zu. Allah erklärt im Quran, dass unbegründete Angst eine Versuchung des Bösen ist, und dass es für die wahren Gläubigen, die Allah fürchten weder Furcht noch Kummer gibt: